2 Erstes Buch,
se sinnlichen Ideen, er sieht ihre Beziehungen, undmacht aus denselben zusammengesetzte Ideen, ausdiesen Grundsätze und Schlüsse, die entweder unge-zwungen aus einfachen und gewissen Grundsätzenfliessen, oder die man mit den zusammengesetztenKräften des Verstandes aus vielen unter sich ver-wickelten , theils gewissen, und theils ungewissenGrundsätzen zieht.
Die Wissenschaften sind nach der Verschiedenheitdieser Grundsätze noch mehr als nach ihren Gegen-ständen verschieden. Die einen sind deutlich, ein-fach und gewiß, sie finden alle Porten unserer See.le offen , sie gehen in dieselbe ohne Widerstand ein,und überzeugen sobald sie begriffen sind; andre lie-gen tiefer, und werden vermittelst des Verstandesdurch die Erfahrung herausgebracht, aber sie über-zeugen nicht so geschwind, weil sie nicht so begreif-lich sind. Die Kenntniß die aus deutlichen, an-fachen und gewissen Grundsätzen fließt, enthält ei-nen Theil der Mathematick, denn nur die reineMathematick ist gewiß. Die Kenntniß der Wahr-heiten welche man aus vielen verwickelten, theils ge-wissen und theils ungewissen Grundsätzen zieht, be-greift hauptsächlich die Moral, die Staatsknnst, dseKriegskunst und Arzneykunst.
Die Arzneykunst ist wie die angeführten Wissen-schaften und Künste so gewiß nicht als die reine Ma-thcmatick , weil bey ihren Beweisen noch oft einZweifel übrig bleibt. Sie fodert den geschwinde-sten und schärfsten Verstand, weil sie sehr oft auf