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Erstes Buch,
vorgekommen, deren Beruf es war in diesen Thei-len groß zu serm. Sie wollten viel lieber, da sie dieunbillichm Urtheile überlegten, welche die Menschenüber sie als Aerzte zu fällen gewohnt sind, in andernTheilen der menschlichen Erkenntniß einen Ruhm su-chen, den in der Arzneykunst nur der Pöbel der Aerz-te erhält.
Die Vorurtheile für die blinde Uebung begünsti-gen die Unwissenheit. Gleich allen kleinen Geisternkönnen die Empiricker nicht ganz das unlaugbareGefühl ihrer Niedrigkeit tödcn; sie verstummen wennman von Sachen spricht die über ihre Köpfe hin-weg sind, aber sie schwatzen in Gesellschaften kleinerGeister desto mehr, weil sie vorzüglich die Kunstverstehen ohne Jd-een zu schwatzen. Der Zuhörer istentzückt, seine Stimme wird die Stimme des Vol-kes , und diese verdrängt die Stimme der Vernunftund der Wahrheit. Blind für alles was bessereAugen in allen Zeiten und unter allen Völkern gese-hen, unwillig die Ursachen zu ergründen aus wel-chen ihre Handlungen fliesten, üben sie ihre nichts-würdige Kunst mit einer mörderischen Leichtigkeitaus. Durch ihre stoltzc Unwissenheit dreist erkennensie keine Gesetze, sie stürzen die Grundsätze um, siepflanzen allenthalben die Verwirrung, und stolpernüber alle Hindernisse weg, weil sie keine Hindernis-se kennen. Gefühllos für anderer Erfindungen wir-beln sie alle ihre Tage in dem kleinen Kreise ihrerdunkelen Begriffe durch. Unbekümmert um die ewi-gen und unveränderlichen Gesetze der Natur, die