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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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42
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zweytes Capitel.

seyn, wenn sie nur recht unverschämt sind. Unbe-kannt mit der Welt und den Freunden der Musenglauben sie, in der Wenigkeit ihrer Begriffe, dasSchicksal wahrer und redlicher Aerzte sey ganz in ih-rer Gewalt, weil es unter dem dummen Haufen inihrer Gewalt ist.

Sie begreifen, daß man nicht gelehrt seyn mußso bald man nur recht verwegen ist, und daß dieso einfältige Bescheidenheit und so thörichte Zu-rückhaltung gerade das ist, was wahre Aerzte stürzt.Sie wissen wie viel der Pöbel auf bedeutendenMienen und einem gedankenlosen Geschwätze hält,darum nehmen sie bey allen Anlässen ihr Maulvoll, darum geben sie sich allenthalben der Naturzum Trotze die Miene der Hoheit und der Wichtig-keit. Sie begreifen, daß man immer um so mehrdie Menschen bekriegen kann, je mehr sie selbst un-wissend sind, darum machen sie sich am meisten die-jenigen Menschen zu Freunden , die unmöglich ander Grosse ihrer Einsichten und der Vortreflichkeitihrer Gesinnungen zweifeln können. Sie suchenrhr Ansehen hauptsächlich bey der Schaar der Un-verständigen , weil dieses ihnen einträglicher ist,als ein wohl gegründeter Ruhm bey den wenigenVerständigen. Sie äussern den giftigsten Wider-willen gegen alle Leute von Geist, Wissenschaft,Genie und Tugend , wenn sie die Freunde ihrerGegner sind , weil man von jedem Menschen eineAehnlicbkeit mit »einen Freunden vermuthet. AlleLiebe zum Schönen, znni Wahren und Guten