;8 Erstes Buch,
und demnach als Zeichen durch die sich die Gattungder Krankheit bestimmen lasse. Sie wollen sichdurchaus nur an dem hallen waS offenbar in chicAugen fiel, darum glaubten sie man bedörfe beyder Ausübung der Arzneykunst nur die Sinne unddes Gedächtnisses, und wenn es ja auf Vernunft,Müsse ankomme, so müssen diese so einfach seyn,daß man ohnmöglich dabey sich bekriegen könne,Und fo natürlich daß sie sich von selbst anbieten. Siewollen also die Vernunftschlüsse aus der Arzncykunstnur insofern verbannen, als man auffalsche Grund-sätze gesiützet die Natur nach diesen Grundsätzen be.urtheilte; aber darum verwarfen sie weder die ge-naue Ueberlegung der Erscheinungen, noch die Ana.logie, noch die Gelehrsamkeit. Sind ihre späternNachfolger von ihrer Denkungsart abgewichen, ha-ben sie bey mchrcrm Lichte die Gelehrsamkeit, dieZergliederungskunst, die Physiologie, und die Welt-weisheit die Seele der Arzneykunst verdammt, sowar dieses nicht der Fehler des Philinus und desSerapion. Die verehrungswcrthen Stifter derEmpirischen Secte suchten die wahre Erfahrung;ihre dummen Nachfolger begnügten sich mit derfalschen.
So wenig die Stifter der Empirischen Secteverachtungswürdig sind, so wenig kann man ihreFeinde die Dogmatickcr ohne Einschränkung ver-ehren. Man hieß Dogmatickcr diejenigen Aerzte,welche die Arzncykunst nach Grundsätzen ausüben.Diese begnügten sich nicht die Krankheiten aus der