Zweytes Buch,
tung , der aus seinem Climat in ihres herüberspringl.Darum erhärten sie, man sey zur Ausübung derArzneykunst in der Schwcitz unfähig, wenn man dieAufangsgrnnde der Arzneykunst in der Schweiß nichtgelegt hat. Darum wollen mir sehr viele Leute ih-re Gesundheit nach meiner Rükkunft in mein Va-terland nicht anvertrauen, weil sie aus meiner Eng-lischen Perrücke schlössen, ich möchte ihnen EnglischeMittel geben.
Es ist leicht zu erachten, wie nützlich das ausdiesem Wahnwitz fließende Vorurtheil den Practicissey, wenn sie einen neu angekommenen jungen oderalten Arzt verächtlich machen wollen. In dieserAbsicht sagte Lentilius , man sehe daß die Aerztemehrentheils, wenn sie anfangen Kranke zu besu-chen , geradezu den Methoden folgen , die sie vonihren Universitätslehrern eingesogen, ohngeachtetdiese Lehrer hundert und mehr Stunden von demPhysicate ihrer Lehrjüngcr entfernet, die Arzney-kunst ausüben. Es ist nicht möglich auszudrücken,setzt Lentilius hinzu, wie sehr bedaurenswerth die-ser Jrthum ist, und darum hat dieser Weise auchden Jünglingen die sich der Arzneykunst wiedmetenimmer angerathen, daß sie fremde und weit entfern-te Universitäten zwar nach Belieben besuchen, aberdaß sie zuletzt auf einer Universität sich niederlassen,die nur ein paar Meilen von dem Orte entfernetsey, wo sie die Arzncykunst ausüben.
Diesem Vorurtheile zufolge mußte sich der Herrvoit Haen , Leibarzt der Kayserlichen Familie in