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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
66
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5 )

zweytes Capitel.

aus; Barker sogar wvlte zuverläßig wissen, daß siein Jamaica gar nicht angehe, da man doch in Bra-silien kein hitziges Fieber heilen kann, wenn mannicht durch wiederholte und geschwind auf einan-der folgende Adcröfnungcn zweyhundert Unzen Blutwcgnimt. Lentilius jagt abermal, er habe diehitzigen Arzneyen in dem Norden nicht selten mitNutzen gebraucht, da hingegen in dem wärmernSchwaben der sehr häufige Gebrauch dieser Arz-neyen ihm nicht dienlich geschienen. Hingegen sol-len nach den Erfahrungen dieses Praetici die sau-ren Arzneyen den Schwaben so vielen Schadennicht bringen als den Anwohnern der BaltischenSee. Eben so Lentilisch wollen sich die Barba-ren von Gnayaquil der Peruvianischcn Rinde nichtbedienen , weil sie glauben, das Peruvianische Cli-mat sey für den Gebrauch dieser sieberstillenden Rin-de zu hitzig.

Freylich hat der Schwäbische Practicus hitzigeMittel in dem Norden dienlich finden können, weiles Fälle giebt in welchen hitzige Mittel auch in denheißesten Ländern dienlich sind. In Schwaben hater unter der sehr grossen Menge seiner Kranken hi-zige Mittel allerdings schädlich finden können, weilsie in den meisten hitzigen Krankheiten schädlich sind.Von den Wirkungen der siniren Arzneyen in Schwa-ben spricht er so sehr schwankend, daß seine Be-obachtungen nichts beweisen. Daß die sauren Arz-neyen an der Baltischen See schädlich seyn sollen,