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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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81
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Zweytes Buch,

tischen Priester in der Pflegling ihrer Kranken bzich-ftädlich folgen mußten, und weil das gcheimnißrei-che Wesen dieser Priester ihre Lehren vor den Au-gen aller anderer Menschen verhüllte; Galenus sagt,die Egypter haben vor den Zeiten des Esculaps kei.ne andere Kenntnis von der Arzncykunst gehabt, alsdie Kenntnis die man durch die blinde Uebung er-langt. Die Babylonicr setzten aus Mangel der Aerz-te noch in den Zeiten des Hcrodotus ihre Krankenauf die Straffen, damit ihnen die Vorbeygehcndenrathen; und Strabo erzählet eben das nicht nur vonden Babyloniern und den alten Portugcsen, sondernauch von den Egyptern. Unter der Regierung desAmasis fiengen die Griechen an.einen genauen Um-gang mit den Egyptern zu haben , und man ver.muthet die ersten Begriffe von der Arzneykunst seyenin diesen Zeiten, so wie die Gesetze durch den So-lon, aus Egypten in Griechenland gekommen. Hun-dert und fünfzig Jahre nach dem ersten bekanntenGriechischen Arzte Melampus, erwarb Esculap inEpidaurus durch seine bessere Einsichten GöttlicheEhren; aber auch diese Einsichten waren noch ganzempirisch und chirurgisch. Celsus sagt man habe denEsculap unter die Götter erhoben, weil er die biszu ihm unter den Händen des Pöbels gewesene Arz-neykunst weniger grob ausgeübt, und Plinius setzethinzu, sie sey mehr nichts als eine blosse Wundarz-ncykunst gewesen; und zwar eine Wundarziicykunsideren Lehrsätzen zufolge der Gott Esculap und seineSöhne den Verwundeten ein Getränk aus Wein >