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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
82
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drittes Capitel. 6y

Meel und Käse gaben. Die Asclcpiaden schlössenzwar diese Kunst in den Tempeln ihres Stammva-ters ein, wo die Kranken sie besuchen und unterdem Gepränge priesterlicher Ceremonien den Aus,spruch des Gottes / das ist die unmittelbare Hülfeseiner sterblichen Nachkommen erwarten mußten. 2l-ber die Betrüger siegten der Gewohnheit nach, bisden Betrogenen von den Philosophen die Augen ge-öfnet wurden. Diese fiengen an bey den Betten derKranken die Arzneyknnst mit mehr Wahrheit undwenigerm Gepränge auszuüben , und sie wurdennach dem Zeugniß des Cclsus die eigentlichen Stif-ter der Kunst. Bald darauf hatten die Priester desEftulaps den klugen Einfall die geschicktesten unterden Philosophen in ihre Gesellschaft aufzunehmen,und mit dieser Verstärkung eiferten sie ihren unbe-stochenen Gegnern so sehr nach, daß die lKrankendabey gedoppelt zu gewinnen schienen.

Hippocrates hielt zwar als ein ächter Abkömm-ling des Eftulaps die Beobachtung sehr hoch, aberer sagte dennoch in den leisten Zeiten der Griechendieftn Zeiten gemäß, der Arzt müsse wissen was manvor ihm gewußt hat, wenn er nicht sich selbst undandere bekriegen wolle. Obschon Hippocrates derStifter der Arzneykunst nicht gewesen ist, so warder doch durch die Ausübung dieser Grundsätze unddie Kraft des Lichtes seiner Zeiten ihr Vater / in-dem er die Philosophie der Arzneykunsr und die Arz-neykunst der Philosophie nützlich gemacht, und durchseine Thaten seine» Ausspruch erwiesen, daß ein