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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
86
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drittes Capitel. 7;

Rhazes sagt, tausend Aerzte haben vielleicht seit tau-send Jahren an der Ausbesserung der Arzneykunstgearbeitet, wer also ihre Schriften mit Fleiß undNachdenken liest, entdeckt in einem kurzen Lebenmehr, als wenn er wirklich tausend Jahre zu Kran-ken lief.

Cydenham hat zwar die Zeit, die andere mitLe,sen zubringen, allein aufdie Beobachtung verwandt.Auch wäre sein Ansehen eine mächtige Schanze fürdie Practicos, wenn nicht dieser Engländische Hip-pocrates durch seinen unendlichen Fleiß , durch diebey alle» seinen Untersuchungen geäusserte Scharssieht, und die Kraft aus vielen einzclen Beobachtun-gen allgemeine Schlüsse zu ziehen, himmelweit überden Practicis schwebte. Die Arzncykuust war inseinen Zeiten so sehr verworren , die Aerzte durchihre unsinnige Liebe zu Hypothesen so sehr verwil-dert , daß er wirklich eine andere Methode nicht wäh-len konte. Sie hatten sich von der Natur entfcr,net; er führte sie zu der Natur zurück.

Wir kommen durch anderer Unterricht auf denPfad den sie gegangen. Mit ihren Methoden imstudieren , im beobachten und im erfahren bekannt,mache» wir uns selbst diese Methoden durch einegeschickte Nachahmung eigen, überzeuget daß meinniemals ein Original wird, wenn man es zu ge-schwind seyn will. Ein Arzt der durch die Beo-bachtungen und Erfindungen der besten Aerzle allerZeiten und aller Völker erlänchtet, die ganze Oe-