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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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110
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erstes Capitel. 97

fen lernt. Weil sich nun eine Ursache ohne Wirkungnicht wohl denke» läßt, so müssen auch die Erschei-nungen überall verbreitet, und nach der Verschie-denheit der Ursachen unendlich verschieden seyn. Ei-nige stammen aus dem innern Wesen der Dinge,und sind sehr wichtig, weil sie unmittelbar zu derKenntnis des ganzen führen. Andere entspringenmehr aus den Aesten als aus dem Stammen , siesind die gemeinsten, und werden erst denn wichtig,wenn sie wohl verbunden sind. Endlich giebt esnoch andere die so sehr ausserw sentlich sind, daßsie mehrentheils ausser ihrem eigenen Daseyn nichtsbeweisen. Die Fertigkeit im beobachten ist alsonichts anders als die geschwinde Fassung aller über-einstimmenden Merkmale.

Unter dem Bevbachten bringt man die besondernWahrheiten meinen gewissen Zusammenhang. Wirfinden diesen Zusammenhang, wenn wir ihre Ueber-einstimmung sehen ; wir sehen diese Uebereinstim-mungen wenn wir uns von jeder einzelen Sache zu-erst dasjenige vorstellen, wodurch sie erkennt undvon andern unterschieden wird. Nun muß manalle Beziehungen die zu der Kenntnis dieser Ueber-einstimmungen nöthig sind, vergleichen können. Auchvergleicht der Geist indem er sieht.

Die Empfindungen der Sinne wären beynahe un-nütz wenn der Verstand dabey unwirksam blieb.Der Geist wäre reich an Bildern und leer von Be-griffen , unsere ganze Wissenschaft bestünde in derG