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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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111
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28 DrittesBuch,

Kenntnis einzcler Dinge, die nichts alö sich selbstzum Grunde haben. Wir müssen bey dem sehenimmer wirksam seyn, nicht nur sorgfältig das ein-zcle unterscheiden, und dabey anmerken warum wires als etwas einzeles betrachten, sondern auch jedeneinzelen Gegenstand mit jedem andern einzelen Ge,genstande der ihm ähnlich ist vergleichen , und alleihre Aehnlichkeiten in der Geschwindigkeit bemer-ken können. Diese Aehnlichkeiten werden bemerket,wenn man sich nicht begnügt alles wohl zu unter-suchen was man cmpsindt und also nur dummerweise jeder einzelen Empfindung nachzuhängen, son-dern vielmehr sich gewöhnet auf einmal viele zu ver-gleichen , auf ihre Ordnung und Verknüpfung sorg-fältig zu merken, und also das mannigfaltige zu über-sehen , das zcrworfcne zu sammeln , das unterschie-dene zu sondern, und das abgesönderte so lange ge-gen einander zu halten, bis sich über ihre Achnlich-keit oder Unähnlichkeit ein deutliches Urtheil fällenläßt. Auf diesen Wegen allein entstehen die ver-schiedenen Stafeln der Klarheit, der Ausführlich--keit und der Vollständigkeit unserer Begriffe.

Hiermit fließt der Beobachtungsgeist ursprünglichaus dem natürlichen Gefühle, durch welches manvon allem was sich dem Geiste darbietet geschwindgerührt wird, und aus einer gleich grossen Auf-merksamkeit auf alles was uns rührt. Beyde zeu-gen die Freyheit des Geistes überhaupt , welchedie Seele zu geschwindem fühlen, unterscheidenund begreife» schärft , wie vortrefliche Augen das