erstes Capitel. io;
hen verlangen. Eine übertriebene Kälte des Tem-peramentes , und das aus demselben fließende nie-dergedrückte und niederdrückende Wesen macht dieMenschen eben so verkehrt sehen, als eine übertrie-bene Hitze des Temperamentes. Man sieht geschwindund unterscheidet was man sieht, wenn bei, einer ge-hörigen Mischung des Verstandes und der Einbil-dungskraft , jener diese an dem zu untersuchendenVorwürfe festhält. Auch liegt in einem lebhaftenKopfe der wie ein feuervollcr und an dem Tage ei-ner Schlacht ungemein kalter Conde mit Stille undGelassenheit beobachten kann, der höchste Grad desBeobachtungsgeistes.
Der Bcobachtungsgeist hat alfo überhaupt dieWirkung daß man in einem Vorwurf alles was erin sich hat umterfcheidet. Wir müssen eine Sache inihrem wahrem Lichte und in ihrem ganzen Umfangsehen, wenn wir sie beobachten wollen. Wie ge-schwinder ein Vorwurf vorbeyeilt, desto schwerer istes ihn wohl zu betrachten. Wie häufiger die sichdem Geiste darbietende Vorwürfe sind, desto schwerrer ist es über alle zu denken. Wie mehr der Geistficht, destoweniger kann er beobachten. Wie mehrman hingegen einzcle Vorwürfe betrachtet, destogründlicher werden sie erkennt. Also wie mäßi-ger die Anzal der Fälle ist die man betrachtet, de.sto gründlicher und deutlicher wird die Kenntnis die-ser Fälle.
Der Geist kann freylich nicht gar zu lange an ei-nem einzigen Vorwurf kleben, weil er natürlicher