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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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150
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zweytes Capitel. i;?

der die einer der grösten Männer , und aufgeklärte«sten und sittsamsten Gottesgelehrten, Samuel We-renfels, ehmaliger Professor der Theologie in Ba«sel, mit zwingender Stärke zwar gestritten hat,aber worfür auch dieser Wohlthäter seiner Repub-lick, von Priestern und Layen gehaßt, verläumdetund verketzert worden ist; wider die sich endlich nn,sere aufgeklärten Aerzte nicht auflehnen, weil mansagte sie senen Freygeister oder Thcoretici; wider dieunsere Practici nicht reden, denn der Aberglaubegiebt Praxis.

Aus allen diesen durchaus auf der Erfahrung ru-henden Fördersätzen fließt, daß Hippocrates mit demgrösten Rechte Stille des Geistes, Entfernung vomAberglauben und eine Göttliche Erhabenheit der See-le von dem Arzte geködert , weil es unmöglich istdaß man abergläubisch sey und das wahre sehe; daßder Arzt an allen, zweifeln müsse was übernatürlichoder wundcrbarlich ist, weil der Aberglauben nurdas übernatürliche und wunderbarliche will; daß ernach den Regeln der Verminst schuldig und verbun-den sey die blosse historische Gewißheit des überna-türlichen und wunderbarlichen so lange entscheidendzu verwerfen, als die Menschen nur die Erscheinun-gen sehen wollen die ihre Vorurtheilc begünstigen,und blind für die sind die ihren Vorurtheilen wi-dersprechen.

Der Arzt muß auch denn das übernatürliche undwunderbarliche nicht allzusehr wünschen, dessen Nie-derkunft nicht allzuhitzig hoffen, und dessen Gegen«