i;6 DrittesBuch,
als die Bilder ihres schwindlichtrn Gehirnes , dasGewebe ihrer eigenen finstern Einbildungskraft. Deredlen Einfalt in der Erklärung natürlicher Dingefcind, hassen sie was deutlich und möglich zu erklä-ren ist ; sie wollen die wahren Ursachen nicht wis-sen, damit man gezwungen sey bey falschen zu blei.ben ; sie sehen nie was ist, weil sie immer zu sehenwünschen was nicht ist. Boerhavc sagt, das hirn-lose Geschwätz und die fabelhaften Histörgen alterWeiber, diese traurige Werkzeuge des Schreckens^dieser immerwährende Kitzel in dem Busen schwarz-gallichter Menschen machen Narren toll, und stürze«Vernünftige durch den Umgang mit ihnen in dii-Gefahr der Verrückung.
Abergläubische Menschen bezeugen bey allen Ge'legcnheitcn und in der Vorrede zu allen ihren Er-zählungen , wir sind zwar nicht abergläubisch ; aberin allen Gelegenheiten und durch alle ihre Erzäh-lungen beweisen sie, daß sie es sind. Sie getrauensich allen Menschen, und sogar den aufgeklärtesten,ihre Mährgen mit einer Miene aufzubürden, die je-dem Ungläubigen ihre Verachtung droht. Unend-lich und unzählbar sind die eingebildeten Wahrneh-mungen dieser Menschen, und so wohl fürchterlichals gefährlich die daraus in Absicht auf die innereGlückseligkeit, auf die sittlichen Pflichten und aufdie Arzncykunst fließenden Folgen, wider die deraufgeklärte Pfarrer nicht eifert, weil man sagteer sey ein Atheist ; wider die der dumme Pfarrernicht eifert, denn er selbst ist abergläubisch ; wi-