r?6 Drittes Luch,
Kunst sie zu heilen, und sie allein entferne den sonstunvermeidlichen Irrthum. Hvfmann hielt auf ei,ner einzigen nach den Regel» verfaßten Geschichteeiner Krankheit mehr als auf tausend hochgepriese-nen Geheimnissen, und prächtigen Zusammensetzun-gen alles verheißender Arzneyen.
Nach dieser allgemeinen Betrachtung der Noth-wendigkeit, der Eigenschaften und des Nutzens gu.ter Beobachtungen bleibt mir noch übrig einige nä-here Beziehungen derselben auf die Erfahrung zu be-stimmen. Man vermuthet insgemein bey dem Ar;,te die meiste Erfahrung der die meisten Kranken steht,diese Vermuthung ist falsch. Der Arzt der die mei-sten Kranken steht, und der Arzt der in der glei-chen Stadt die wenigsten sieht, sehen beyde sehr oftgleichviel Krankheiten. Jedes Land, jede Stadt,jedes Dorf haben gewisse Krankheiten, die zu ge-wissen Zeiten am häufigsten sind und daher den Aerz-ten am meisten sich darbieten. Der sehr beschäftigteArzt beobachtet aus Mangel der Zeit diese Krank-heiten obenhin; der wenig beschäftigte Arzt beobach-tet bey mehrerer Müsse jeden Fall mit ungleich grös-serer Sorgfalt. Die beständige Abwesenheit, dienächtliche Unruhe, die Menge der Kranken und be-sonders das unendlich beschwerliche Wesen der Um-stehenden nimmt dem sehr beschäftigten Arzte die Zeitund den Mull) seine Beobachtungen recht zu machenund recht zu überdenken , mit den Beobachtungenaller Jahrhunderte zu vergleichen, und den Zusam-menhang der Wirkungen mit den Ursachen zu su-