drittes Capitel. i;-
sie für gemein hält. Ein Arzt der bey jeder ge-gebenen Krankheit seine ganze Aufmerksamkeit an,wendt, findt bey jeder Krankheit etwas, das nochnicht , oder nicht genug beobachtet ist; er findtimmer neue Verwicklungen und neue Regeln, die sieentwickeln.
Jede Krankheit wird nur durch die genaueste Be-obachtung bestimmt. Die kleinsten Umstände findin den meisten Krankheiten wichtig, weil die genaueKenntnis des ganzen aus der genauen Kenntnis derTheile fließt. Aus der Ferne lernt man die Naturnicht kennen, man muß ihr nahe treten , man mußihr durch alle ihre Wendungen folgen , man mußihr auf dem Fusse nachgehen. Ohne diese Gcnanig,kcit in der Beobachtung hat kein Arzt von einerKrankheit deutliche Begriffe, er weis nicht was zurSache gehört und nicht gehört , er weis nicht wasbeständig was flüchtig was zufällig ist, er steht denZujammenhang der Wirkungen mit den Ursachennicht, und hält jene für diese, diese für jene , erentdecket die Anzeigen zur Heilung nicht, weil erdie Ursachen mißkcnnt. Hippocrates gicng in derGenauigkeit seiner Beobachtungen so weit, daß inunsern Zeiten die gröstcn Aerzte sich schmeicheln siehaben die Natur gesehen , wenn sie gesehen habenwas er.
Jede einmal wol beobachtete und bestimmte Krank-heit ist für das ganze Leben eines Arztes beobachtetund bestimmt. Diese Wahrheit wird durch ein Ge-setz deutlicher, daS sich die Griechischen Aerzte glerch