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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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171
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i;8 Drittes Buch,

habe einige der grösten Hospitäler von Europa aufmeinen Reisen gesehen und täglich besucht, derHim,mel erbarme sich dieser Hospitäler. Viele die ichnicht gesehen sind vortrcflich, aber sie find es nichtdurch die Menge ihrer Kranken , sondern durch diesorgfältige Beobachtung einzcler Fälle.

Hippvcrateö hat ja selbst nur in kleinen Städtenoder Flecken practlcirt, deren jede nicht einmal großgenug war einen einzigen Arzt zn unterhalten. Sei-ne meisten Beobachtungen sind in Thessalien und inThracien gemacht , von welchen er die StädtgenLarissa, Cranon, Aenus, Oeniades, Phera, Elis,Perinthus, Thasuö, Abdera, und Olinthus nennt.Galenus sagt ein einziges Quartier von Rom haltemehr Einwohner als die gröste Stadt , in welcherHippocrates gewesen. Nicht die Menge der Kranken,sondern die Fähigkeit aus jedem einzelen Falle allenmöglichen Nutzen zu ziehen, macht also die Grössedes Arztes aus.

Jede Krankheit hat ihre Merkwürdigkeiten. DasAuge des Empirikers fährt geschwind darüber weg ,und steht nicht mehr als der unwissendeste Zuschauer.Auch spricht der Empiriker von Krankheiten nichtbesser als der Krankenwärter, weil ein medicini-scher Idiot nicht besser sieht als jeder andere Idiot.Hingegen werden die gemeinsten Erscheinungen un-ter den Augen eines grossen Geistes merkwürdig,weil ein grosser Geist immer etwas sieht, das einkleinerer nicht fähig ist zu scheu; die gemeinsten Er-scheinungen sind am wenigsten gekeimt, weil man