,84 Drittes Buch,
eS auf das äusserste in ihren Wirkungen; daher dör-fe man hoffen , daß auch die Krankheiten dereinstwie die Pflanzen in eine richtige Ordnung gebrachtwerden könnten. Es ist freylich mit dem vortrefli-chen Gaubius zu wünschen, daß die unendliche An.zal unserer Krankheiten in eine Ordnung könnte ge-bracht werden, die von allen Hypothesen und Erdich-tungen der Secten frey, und auf die getreuestc Be-obachtung allein gegründet, die Classen, Arten undGattungen der Krankheiten nach richtigen, offenba.ren, vollständigen und bestimmten Charakteren ent.hielt. Es ist auch nicht zu läugnen, daß es viele Krank.Heiken giebt, die ihrer anscheinenden Verwicklungenohngeachtet eben so bestimmte Kennzeichen haben,als die einfachste Pflanze. Aber alle Krankheiten ha-ben diese Kennzeichen nicht.
Wir lernen indeß die Krankheiten am besten ken.nen, wenn wir die gröste Aufmerksamkeit auf ih-re Zeichen machen. Die gleiche Krankheit kannich in sehr ungleichen Gestchtspuncten darstellen ,sie kann die Miene einer andern nehmen, sie kannetwas ganz eigenes in ihrem Charakter haben; ein ge-ringes Unterscheidungszeichen ist dcnnzumal wich-tig. Nur muß man diese Zeichen immer von demnehmen, was der Krankheit wahrhaftig eigen ist ,und beständig aus dem individuellen Zustand dersel-ben fließt.
Bishieher habe ich von den Erscheinungen in denKrankheiten imd ihrer Verbindung nur so viel ge-sagt, als sich in der allgemeinen Lehre von den Krank.