204 Drittes Buch,
von diesem wichtigen Uebel nicht die geringste An-zeige vorhanden, der König genoß bis auf den Mo-ment seines Todes eine völlige Gesundheit und Mun-terkeit ; er lag sechs Jahre vorher an einem Brust- !geschwüre krank, das aber völlig geheilt worden. !Bey dergleichen Schwierigkeiten müßte man unsin-nig seyn, wenn man dem Arzte vorwerfen wolle,daß er das gegenwärtige nicht erkennt, und das künf-tige nicht vorhergesehen.
Die Fälle des Freyherr« Johannes von Waffe,naer, und des Margrafen Guido von Saint Au-ban, sind zween vor allen andern höchst merkwürdi.ge Beweise dieses Satzes. Beyde sind zwar von demunsterblichen Bocrhaave beschrieben und allen lesen-den Aerzten von Europa bekannt; aber nicht alleAerzte lesen, und noch weniger alle Richter der Aerz-te. Diese beyden Fälle sind aber vorzüglich in Ab-sicht auf die hier erwähnten Schwierigkeiten derKunst, und die daher rührenden Vorrückungen dergesprächigen Unwissenheit meinem Zwecke so sehr ge-mäß , daß ihre verkürzte Beschreibung aus diesenBlättern nicht wegbleiben kann. Warum solle nichtauch endlich, sagt Boerhaavc, der Anlas zum sün-digen hierdurch den oft so sehr böswilligen und lü-genhaften Auslegern von anderer Aerzte Verrichtun-gen benommen werden, denen einzig und allein dieWollust gefällt , die sie aus zweifelhaften und arg-wöhnischen unter dem Pöbel ausgestreuten Gerüch-ten, steif an dem falschen und böftn klebend schöpfen,