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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
216
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viertes Capitel. 20z

tige denken muß , eh man von dem gegenwärtigenversichert ist.

Aber es giebt auch höchst wichtige Fälle in wel-chen uns die Zeichen gänzlich fehlen. Der Wund-arzt Bcauregard hat in Frankreich einen starken jun-gen Mann nach einem Hiebe auf den Kopf neun-zehn Tage ohne Fieber und üble Zufälle leben, undhernach mit fast verfaultem und stinkendem Gehir-ne sterben gcfehen. Eben fo fah ohnlängst einer un-serer gröstcn Schweizerischen Aerzte', Herr Hirzel,erster Stadtarzt in Zürich, einen Menschen, dervon feinem Freunde einen tödtlichcn Schlag an denSchlaf bekommen; der ganze fchuppichre Theil desSchlafbeins war zerspalten, und unter diesem Spal-te lag auf der harten Hirnhaut gestocktes Blut vierZölle lang, drey Zölle breit, und einen Zoll dick ,das Hirn war davon ganz eingedrückt; von aussenbemerkte Herr Hirzel nur ein ganz kleines Wündgen,welches nicht einmal die äussern Bedeckungen durch-drang ; der Kranke hatte keine andere Zufälle ge-habt als Kopfschmerzen, und eben deßwegen ver,schob er einen Wundarzt rufen zu lassen bis an dendritten Tag, kaum zwo Stunden vor feinem Tode.Bey der Zergliederung König Georgs des Zweytenvon Großbrittannien fand man die grosse Pulsaderin ihrer Beugung an dem untern Rande callos,und an dem obern Rande so stark ausgedähnt, daßihre Haut dünn war wie Postpapier, und auch durchihre Zerrcissung einen tödtlichen Blutverlust erweck-te; indeß war vor dem Hinschied feiner Majestät