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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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239
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2rü Drittes Luch,

dieser höchst seltenen und von ihm noch nie gesehe-nen Krankheit halten könne; übrigens glaube er,alle und jede Zufälle lehren, daß die zu der Erwei-terung der Brust bestimmten Werkzeuge diejenigeZusammenziehung nicht vertragen, vermittelst wel.eher jeder Muskel wirkt, und daß die zu erweitern-den Theile der Brust bey dem Einathmen dieser Er-weiterung widerstehen , daher denn in beyden diesergreuliche Schmerz , daher diese grosse Hinderungdes Athems und Furcht der Erstickung komme. Dadieses Urtheil in so weit gefiel, ricth Bocrhaave er-weichende Umschläge über diejenigen Theile Tagund Nacht zu machen, die bey dem Einathmen sicham meisten bewegen, und also über die Rippen, ih-re Knörpel und das Brustbein. Uebcrdas rieth erzugleich das häufige und unaufhörliche Trinken vonerweichenden Getränken, und nebst einer sehr dün-nen und mäßigen Diät das öftere und unausgesetzteEinhauchen eines erweichenden Dampfes in die Brust.Alles wurde mit der emsigsten Sorgfalt auf dieseWeise verrichtet; und es entstund auch daher eine sogrosse Linderung, daß aus diesem erwünschten Er-folge alle einer betriegerischen Hofmmg sich überlies-sen. Die Heftigkeit des ganz unerträglich gewese-nen Schmerzcns verminderte sich ungemein, und erkam auch bis in den Tod mit gleicher Heftigkeitnicht wieder. Eine sanfte und den Kranken erqui-kende Ruhe füllte seine Zwilchenränme. Aber dieHofnungcn der Mensche» sind eitel sagt Bocrhaave,und ihre Freuden blind !