Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
251
JPEG-Download
 

2)8 Drilles Buch,

es höchst wichtige Fälle giebt, deren wesentliche Be-schaffenheit sich durch gar keine Zeichen äussert; daßman bey dergleichen Schwierigkeiten unsinnig seynmüßte wenn man dem Arzte verwiese, er habe dasgegenwärtige nicht erkennt oder das künftige nichtvorhergesehen ; daß der Arzr wie der Mathemati-ker seine Pflicht gethan hat, wenn er von einer ih-rer vorgelegten Natur nach unauflöslichen Aufga.be mit Gewißheit erweiset, es sey ganz unmöglichgewesen sie aufzulösen; und daß auch darum die Ge-schicklichkcit des Arztes, der die gänzliche Unmöglich-keit eine Krankheit zu kennen zeigt, eben so preis-würdig ist als die Geschicklichkeil des Arztes, der ei-ne kennbare Krankheit kennt und heilt.

V. Capitel.

von der Beobachtung der Zeichen der Rrank-heiten, ihrer Abänderungen und ihresAusgangs, in dem pulse.

V^s ist schwer die Dinge die wir sehen zu fassen,aber noch schwerer sie zu unterscheiden. Bald fehltes an der Aufmerksamkeit, bald an dem Scharf-sinn , oder der Unterschcidungskraft. Jene hängtvon unserm Fleisse ab, diese gewinnt durch die Zei-chenlehre.

Das erste und allgemeine Zeichen der Krankhei.