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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
280
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siebentes Capitel. rs?

halten sich wie die Natur des in demselben herrschen-den Oehls, und wie die Menge der Salze. Folglichzeigen sie den Grad von Hitze oder Verderbnis inden Säften, oder die Dauer seines Aufenthalts inder Harnblase an. In hitzigen Fiebern ist der Harnvon stärkerm Geruch wegen der Hitze, und weil nursehr wenig aus dem Blute abgesöndcrt wird. Er »ststinkend in Fiebern die sich durch die Haut reinigen,und mit einer starken Verderbnis der Säfte beglei-tet sind. In einer gänzlichen Verhaftung ist er inEngland so sehr stinkend geworden, daß der Wund-arzt der diesen Harn durch ein Cathcter wegbrachte,von seinem Gestaute starb. Bocrhaavc hält darumin hitzigen und langsamen Krankheiten einen gleichanfangs stinkenden Harn für sehr gefährlich, unddie Heilung für sehr schwer. Die gleichen Grund-sätze lassen sich auf den Geschmack des Harns anwen-den, wenn man allein auf die Nr fach sieht. Ein sehrstark riechender Harn hat auch einen starken Ge,schmack, hingegen bedeutet ein gefärbter und voll-kommen geschmackloser Harn bey Boerhaave eineErschöpfung aller Kräfte, und den nahen Tod.

Die Farbe des Harns ist weiß, blaß, gelb , saf-rangelb, roth, braun, grün, und schwarz. IanusPlancus lieferte uns sogar die Geschichte eines blauenHarns, den er in einem an der Harnwinde gestorbe,nen Kranken beobachtet haben will, er warf einenhellblauen Bodensatz und hatte einen Salmiackge-ruch. Bey der Eröfnung der Harnblase äusserte sichweder die geringste Spur einer blauen Farbe, noch