28- Drittes Buch,.
dcrn sehr gemein. Folglich leidet Kloekhofs Regelihre Ausnahmen.
Cheyne will, daß man auch in langsamen Krank,heilen sehr auf die Augen sehe. Wenn ihr Wasser, wiedie Iuwelirer von den Diamanten sagen, etwas trä-ges , inattes und lebloses äussert, und besonderswenn die Thränendrüse härter , breiter und aufge, >schwollen ist, so kann man richtig schließen, sagt iChyene, daß die Nerven dieser Person sehr erschlap,pet sind, daß sie sehr viele Mutterbeschwerungen hat,daß ihre natürliche Verrichtungen nicht recht fort-gehen , und daß ihre Lebensordnung nicht die be-ste ist. Ich erinnere mich einer sehr licbenswer- ^thcn Dame, die in der Ecke des Auges gegen dieNase ein gelblichte, halb durchsichtige, eine Liniebreite und zwo Linien lange Geschwulst hatte , fastwie Chyene sie beschreibt. Diese Dame war denMutterbcschwerungen äusserst unterworfen, und ih-rer Munterkeit ohngeachtet in sehr schwächlichen Um,ständen.
Man sieht auch auf die Zunge. Baglivi glaubte,der Zustand derselben verdiene die gröste Aufmerk-samkeit bey der Erforschung der Krankheiten, denndie übrigen Zeichen, sagt er, betrügen oft, dieseniemals oder selten. Er rieth darum, den Kran-ken in jeder gegebenen Krankheit niemals zu vcr,lassen , ohne auf dieses Zeichen gesehen zu haben,besonders bey inwendigen Entzündungen, bey derengeringsten Spur die Zunge trocken ist, und es im-mer noch mehr wird , wenn die Entzündung zu-