achtes Capitel. r«;
nimt. Gewiß ist daß die weisse, braune und schwar-ze Farbe der Zunge sich sehr oft verhält wie derGrad der Entzündung und des Fiebers, mit demsie kommt, steigt, fällt und verschwindt. Doch istes lächerlich die Zunge allein zu berathen und zufürchten, und w e unsere medicinische Wundärzte dieZunge zu putzen, anstat das Fieber zu heilen.
Der verdorbene Geschmack ist oft ein Zeichen derUmstände in welchen sich der Magen befindet Einbitterer Geschmack ist ein Zeichen daß Galle in demMagen ist. Aus einem unangenehmen, und vonäusser» Ursachen nicht abhängenden Geschmackeläßt sich überhaupt schließen, daß die Däuung nichtrichtig fortgeht. Nach ausgestandenen Fiebern se-he ich, daß die Däuung so lange nicht hergestelltlst, als die Genesenden den eigentlichen Geschmackder Speisen, und der Getränke nicht unterscheiden.
Ein unerträglicher Geschmack auf der Zunge fin-det sich oft bey verborgenen Brustgeschwüren. Dervortreffiche Platner hat aus diesem Zeichen und ei-nem kleinen Schmerz über dem Busen, sehr scharf-sichtig auf ein verborgenes Geschwür geschlossen, dadoch von allen übrigen Zeichen keines vorhandenwar. Er eröfnete die von der Kranken vorher un-bemerkte und nur wenig schmerzhafte Stelle, auswelcher ein entsetzlich stinkender Eiter häufig hcrvor-floß; und so verlohr sich auch der üble Geschmack aufder Zunge.
Der Auswurf des Mundes wird als ein Zeichenvon demjenigen betrachtet, was auf der Brust Haupt-