Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
306
JPEG-Download
 

2 ?;

achtes Lapitel.

blassen, oder grünen, oder sehr röthlichten, oder schäu-menden, oder gar zu kleinen und gar zu klebrichtenAbgang hält er für schlimm, den schwarzen, oder fet-ten , oder bleyfacbigten und sehr stinkenden für ge-fährlich. Seine Genauigkeit scheint noch viel wei-ter sich erstrecket zu haben, und darum nannten ihndie Witzlinge seiner Zeiten, wie Aristophanes denGott Esculap, () einen Dreckfresser.

Man muß aber auch die Krankheiten bestimmen,in welchen man die Natur und die Farbe des Ab,gangö als Zeichen betrachtet. Ein zäher schleimig-1er Abgang ist in der Ruhr die Anzeige einer schar-fen Materie, die diesen natürlicher weise den Där-men anhangenden Schleim abätzt; ich habe diesenAbgang auch in den Bauchflüssen äusserst abgemat-teter hysterischer Weiber bemerket. Ich habe in ei-nem drey und sechzigjährigen und seit zwanzig Jah-ren dem Goldaderflusse unterworfenen Manne, nachentsetzlichen Blähungen, grosser Engbrüstigkeit, hef,tigem Husten , und starkem Blutspeyen , mit demwiederkommenden Goldaderflusse alle diese Zufälleverschwinden, und zugleich einen sehr häufigen, dicken,scharfen, schleimigten , wie Fröschmalter aussehen-den Stof abgehen gesehen. Einen glänzenden, gal-lcrtähnlichen Abgang sehe ich oft bey Kindern , dieVerstopfungen in den Gekröädrüsen und die daherentstehende Abzehrung haben; überhaupt ist er dieAnzeige schwacher Nerven , einer ganz verdorbenenDäuung, und der daher entstehenden Schärfe. Einganz schwarzer Abgang ist in den Entzündungen der