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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
313
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Drittes Buch,

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Druckes aller flüßigen Körper von dem Mittelpunktgegen die Peripherie, in seinen Canälcn seitwerts ge-trieben wird , da Hingegendas schwere durch die Mit-te rinnt. Folglich scheint es, daß die von dem Boer-haave so sehr anbefohlene grössere Oefnung schuldsey, daß sich das Blut mit seinen dicksten Theilen, >das ist mit der lederhaften Haut zeigt. ;

Herr Werlhof ließ einem Kranken in einem ent-setzlichen Scitenstich des rechten Theils der Brust !eine Ader an dem linken Arme öfnen. Das Blut >war gesund, die Wunde schloß sich nachdem etwa ^drey Unzen heransgeloffcn waren. Man machte ei-ne Oefnung an dem rechten Arme und ließ nochacht Unzen Heralis, die im höchsten Grade instamma-torisch waren. Vermuthlich ist in dem zweyten Fal-le blos die Oefnung grösser als in dem ersten gewe.sen, weil mehrentheils die allzukleine Wunde schuldist, daß das Blut nicht läuft.

Es giebt aber noch wichtigere Schwierigkeiten.Vermittelst einer grossen Menge in der Absicht ange-stellter Ecperimente die lederhafte Haut des Blutsin allen ihren Beziehungen zu kennen, hat der Herrvon Haen eine grosse Unbeständigkeit in den Regelngefunden, die man bishieher auf die Erfahrung zugründen vermeint. Ich bin von diesen Schwierig-keiten um so viel mehr gerührt, weil die Natur mirdie meisten selbst gemacht hat. Vielleicht sind sienur Ausnahmen allzubestimmter Regeln, vielleichtist es nichl zu viel gewagt, wenn man die bishieherangenommene Lehre von der lederhaften Haut so lan-