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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
325
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;ir Drittes Buch,

wenn die Vernunft der Einbildung meister ihm al-les in seinem wahren Lichte zeigt. Man sieht daßhier die Frage nicht ist, wie man die Temperamen-te aus ihren Zeichen erkenne, saubern wie mandurch die in gesunden Tagen erworbene Kenntnis desTemperamentes zu einer nähern Kenntnis der Krank-heit gelanget.

Der Zustand des Gemüths ist auch insofern ervon dem Körper nicht abhängt eines der wichtigstenZeichen in den Krankheiten, und ein Zeichen aufwelches man die Aerzte nicht genug verweisen kann.So sehr ich nach tausend überwundenen Irthümernversichert bin, daß des Menschen zeitliches Glück ammeisten auf dem freyen Stande seiner Nerven be-ruht, so sehr bin ich auf der andern Seiie über-zeuget , daß auch unabhängig von den Nerven einheiterer Gcmüthszustand möglich ist, und daß die,ser eines der besten Zeichen in den Krankheiten wird.Dir schönen Hofnungen die ich an der Seite desSchmerzcnbettcs von einem Stral der Frölichkeitmir mache , sind nicht immer »«beglückt. Allesverbindt sich den Kranken bis an des Grabes Randaufrecht zu erhalten , wenn der Geist stark genugist , unter den Drangsalen des Körpers aufrecht zubleiben.

Diese Stärke ist nicht unmöglich. Obschon dieLeidenschaften oft aus dem Körper siiessen , obschonder Körper in unendlich vielen Fällen eine zwingen,de Macht auf die Seele hat, so ist sie doch nicht inallen Fällen seine Sclavin. Die geoffenbarte Rcli-