;i8 Drittes Such,
rer Krankheit immer wiederbringt, und weil durchdie beständige Zerrüttung ihrer Lebensgeister selbstder ordentliche und gewohnte Lauf der Krankheitverändert und zerrüttet wird. Ein läuniges, phan-tastisches, zu allen dummen Qualen geschärftes undsich selbst verdammendes Weib wirft ihren schonaufgerichteten und gestärkten Körper tausendmal zuBoden.
Ich habe gesagt was das Betragen des ArzteSauf die Seele des Kranken vermag, eben so viel gu-tes vermag die Seele des Kranken auf ihren Kör-per. Mit Schmerzen kommen wir zwar in die Welt,und mit Schmerzen müssen wir mehrentheils sie ver-lassen. Aber auch in dieser ernsten Zwischenzeit kröntjede freudige Leidenschaft mit Anmuth jeden Tag.Ein einziger froher Gedanke bringt Licht in die schwär,zeste Finsternis. Unter den freudigen Leidenschaftenist die Hofnung die gesundeste und sanfteste, weil sieder Seele Gefährtin auf unserer Wahlfahrt seyn soll.Auch alsdenn , wenn das Vertrauen auf die GüteGottes bey Seite gesetzt wird, steigt nach einem derfeinsten Geister und grösten Weltweiten unserer Zei-ten mit jedem Unglücke das uns in der Welt auf-stößt, die Hofnung daß es besser gehen werde. Einhypochondrischer, in sich selbst gezogener und in derEinsamkeit sich abzehrender Mensch, der aller Er-wartung hellerer Tage abgesagt, lebt oft bey demAnblick eines kleinen Glückes auf. Die einst gereiz-te, gekränkte, und zuletzt noch gesättigte Leidenschaftwirkt Wunder bey hysterischen Weibern. Jeder