achtes Capitel.
frohe Blick in die Zukunft, jede aufkeimende Hof,tiung ist in körperlichen Krankheiten ein sehr gutesZeichen, weil sie nicht nur anzeigt daß die Krank«heit leichter ist , sondern weil sie dieselbe noch vielleichter macht.
Es ist nicht schwer zu beweisen , daß man dieserHofnungcn, dieses Muthes, dieser Standhaftigkeit,auch unabhängig von dem Körper meister ist. Je,der Mensch hat in gesunden wie in kranken Tagenseine Plage, wir finden alle in dem Labirinthe die,ses Lebens Dorne unter Rosen, Leid an dem Busender Freude. Wie besser nun jeder Mensch in derGesundheit sein Joch tragen gelemt, desto besserwird er es tragen wenn er krank ist. Wie mehr ersich hingegen der Ungedult bey allen Vorfallenheitenin gesunden Tagen überlassen, desto ungedultigerund häßiger wird er in Krankheiten seyn. Wir soll-ten uns gewöhnen unsere Noth zu vertragen nichtzu fühlen, denn man weis was für Wunder die Ge«wohnhcit im moralischen wie im physischen wirkt.Nur die Lauigkeit unsers Willens macht alle unsereSchwachheit, sagt Rousseau der immer thut waser sagt , man ist immer stark genug das zu thunwas man stark will, das Wort Tugend stammt vonStärke, die Stärke ist die Grundlage jeder Tugend,und die Tugend gehört nur für ein Wesen das schwachdurch seine Natur und stark durch seinen Willen ist.Darum verträgt ein Kranker der das Unglück ge,kennt seine Krankheit unendlich besser als der Kran»ke der immer im Glücke gelebt hat; jener will seine