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neuntes Capitel.
die Dinge sehen muß wie sind, eh man untersu-chen kann warum sie sind. Vermittelst der Kenntniseinzeler Wahrheiten gelangt man zu der Kenntnisallgemeiner Wahrheiten, die allemal aus einer gan-zen Reihe an einander Hangender Bemerkungen flies-ten; die Kenntnis der Begebenheiten führt zu denMaximen. Jenes gehört in die Provinz des Beo-bachtungsgeistes, dieses ist das Werk des Genie. DerBeobachtungsgeist giebt uns die historische, das Ge-nie die philosophische Kenntnis.
Wir sehen auf die Zufälle damit wir durch die-selben auf die Zeichen und die Geschichte der Wir-kungen , und durch diese auf die Ursachen kommen.Das inwendige der Natur blieb uns ewig verbor-gen , wenn uns das in die Sinne fallende nichtvon dem unterrichtete , was sich vor den Sinnenverhüllet. Wenn wir alle Zufälle einer Krankheitkennen , wenn wir dieselben unter einander vergli-chen, das unbeständige gesondert, das beständigezustimmen geordnet, so haben wir die Geschichte desAnfangs, der Abänderungen, und des Ausgangsder Krankheit. In dieser vervielfältigten und da-her immer mehr in das allgemeine gezogenen Ge-schichte finden wir den richtigsten Leitfaden zu denverschiedenen, in den Büchern von dem Genie derzween folgenden Theile dieses Werkes aufgezeichne-ten Ursachen der Krankheiten, und von diesen zu denverschiedenen kurzen, langen, möglichen und un-möglichen Wegen ihrer Linderung, oder Heilung.Die Wichtigkeit der Beobachtungskunst erhellet durch