viertes Buch/
urtheilen vergleicht man ihn mit einem ähnlichenschon bekannten , und schließt durch das was manschon weis auf das waS man nicht weis. Die Aehn-lichkeit ist eine Uebereinstimmung vieler Merkmale.
Durch die Verhältnisse der Achnlichkeiten äussernsich die Stufen der Wahrscheinlichkeit/ und auf die-sen steigt man in tausend Fällen zu der Wahrheit.Moses Mendelssohn hält die Wahrscheinlichkeit un-ter den Erkenntnissen zu welchen der menschliche Ver-stand aufgelegt ist für die nothwendigste, weil sieun-ftrcr eingeschränkten Einsicht angemessen den gröstenZweiflern den Beyfall abgenöthigt hat, den sie derWahrheit selbst zu geben sich weigerten, und weilsie in den meisten Fällen die Stelle der Gewißheitvertritt.
Der Arzt bedient sich der Analogie wenn er seineVernunftschlüsse anfdie Vergleichung deo vorhin be-obachteten mit dem gegenwärtigen und künftigen:baut. Er nimmt bey der Beobachtung besondererFälle die weit ausgedähnte Kenntnis aller Falle zuHüif, wenn er in jedem besondern Falle nicht Stossgenug zu richtigen Schlüssen hat; das sichtbare führtihn auf das unsichtbare. Oft liegen die Krankhei-ten ,so sehr im dunkeln / ihre Abänderungen sind soverwirrt, ihr Ausgang ist so ungewiß, daß der Arzterrathen muß eh er gesehen hat und zu den Mittelneilen Miß, er die Krankheit kennt. Den höch-sten Grad der Wahrscheinlichkeit zu finden , wirddie gegenwärtige unbekannte Krankheit mit ähnli.chen bekannten Krankheiten, jeder in diese Krankheit