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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
372
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zweytes Capitel.

einfliesseiide unbekannte Umstand mit ähnlichen be,kannten Umständen verglichen. Auch die Metho.den werden oft und die Mittel mchrenthcils nur da-rum gcwählet, weil sie in den meisten ähnlichen Fäl-len dienlich gewesen, und weil es daher wahrschein-lich ist , daß sie auch indem gegenwäftigcn Falle die-nen werden.

Man ist einstimmig die ersten Menschen müssendurchaus nach folgenden Grundsätzen geschlossen ha-ben. Sie sahen daß diejenigen welche starben, die-sen oder jenen Fehler wie es schien begangen hat-ten , und schlössen vielleicht sey aus dieser Uriachedie Krankheit lödtlich geworden. Im Gegentheilsahen sie diejenigen genesen, welche sich in ihrer Krank-heit auf diese oder jene Weise betragen und diesenoder jenen in gesunden Tagen nicht gewohnten Wegeingeschlagen hatten , daher schlössen sie dieses Be-tragen sey vielleicht die Ursache ihrer Genesung. Da-rum wichen sie nachwärts dasjenige aus was in demersten Falle ihnen schädlich geschienen; darum ver-suchten sie bey andern in ähnlichen Krankheiten wasin dem zweyten Falle das Ansehen eines Nutzensgehabt und nahmen dasselbe als ein Hülfsmittel an,wenn sie in verschiedenen Fällen davon einen glückli-chen Ausgang gesehen. Ans diesen Betrachtungensezten die Babylonier und Chaldäcr ihre Kranken aufdie Strassen und gaben ein Gesetz, daß jeder Vor-übergehende der etwa in ähnlichen Umständen gewe-sen , dein Kranken entdecke wie er der Gesabr ent-gangen sey. Nach vielen Jahrhunderten währte