drittes Capitel.
Am liebsten setzen die Menschen ihre abergläubi-sche Meinungen an die Stelle der ihnen unbekann,ten Ursachen, wenn sie keine Begriffe haben unddoch urtheilen wollen, wenn sie zu stolz nach ande,rer Meynungen sich zu schmiegen eine Entdeckungdie sie ihrem eigenen Scharfsinn schuldig zu seynglauben / unendlich wichtiger finden als alles waSman von andern lernt. Daher sind diejenigen ammeisten den phantastischen und abergläubischen Aus-dünstungen des menschlichen Gehirns unterworfen ,die entweder gar keine Begriffe von den Wissenschaf-ten haben oder nur falsche, und unter diesen vorzüg-lich diejenigen welche mit der Vernunft oder demVermögen in einem hohen Grade nicht begabt sinddie Gründe, Ursachen, Folgen und Wirkungen derDinge deutlich einzusehen.
Die Philosophie allein heilt den Aberglauben. Wokeine Philosophie ist da spukt es, da sind Hexen, dasind Gespenster, da sind Kobolde, da herrscht allet-halben der Teufel, da ist Aberglaube. Nach demZeugnis des Origenes glaubten die Egypter in ih,ren ältesten Zeiten, die Luft sey von sechs und drcysssig Teufeln besessen, diese Teufel haben den mensch-lichen Leib in so viele Theile unter sich getheilt, undderjenige der an einem dieser Theile leide werde plöz-lieh gesund, wenn er nur den Teufel des krankenCantons anrufe. In der Barbarey der mitlcrn Zei-ten bewog der Ruhm der Araber die ist Toledo undCorduba die Arzneykunst lehrten, die Liebhaber derWissenschaften aus ganz Europa in denjenigen Theil