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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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414
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drittes Capitel.

Nur zu vieles habe ich in dieser Absicht selbst ge.sehen und erfahren , obgleich nicht mit den Augeneines Storchs und seiner Frauen. Einst fand ichin Deutschland auf dem Nachttische einer adelichenDame etwas von der Arbeit eines gemeinen Hand-werkers das mir sehr artig schien und einen gutenKopfanzeigte / ich äusserte hierüber einige Verwun-derung ; die Dame antwortete mir mit einer sehrbedeutenden Miene, dieser Handwerker habe einenGehülfen; das kann seyn sprach ich , er hat viel-leicht einen geschickten Gesellen; sie lachte über mei-ne Einfalt und gab mir zu verstehen, dieser Gehül-fe sey der Teufel. Ich habe ebenfalls in Deutsch-land einen Mann gekennt der ein sehr grosser Hy-pochondrist und zuweilen ein zimlicher Phantast war,in den Anfällen seiner Hypochondrie loff er bis ervor Mattigkeit niederfiel, ansehnliche Leute sagtenmir es treibe ihn etwas; seine Winde treiben ihnsagte ich; nein, das war der Teufel. Ich habe inDeutschland als ein Arzt ein Ehepaar besucht, dasin der grösten Uneinigkeit lebte so lange sie ein Ehe-paar ausgemacht; der Mann war ein völliger Hy,pochondrist, und ein höchst eifcriuchtiger Phantast,das Weib zimlich artig. Sie lebten in der gröstenUneinigkeit, der eifersüchtige Mann prügelte heuteund zwar immer aus Eifersucht sein Weib bis aufdas Blut, uud morgen machte ihn plötzlich der Ki-zel im Fleische zu ihrem Freunde. Die Richter undRechtsprecher dieses Ortes lösten dieses einfältigeProblem sehr scharfsinnig auf, sie hielten die Mut-Cc