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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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432
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drittes Capitel. 419

Geschlechts gesehen und erfahren beweist mir, daßsie steif und fest glauben alle Menschen verstehen dieArzneykunst, ausgenommen die Aerzte. Daher istmir unbegreiflich, daß man zu Kranken einen Arztruft. Entweder glaubt man der Ant besitze denGrad der Gelehrsamkeit, des Beobachtungsgeistes,des Genies und der Redlichkeit, der ihm zu derBesorgung eines Kranken nöthig ist, oder manglaubt es nicht. Wer es glaubt sollte ihn doch bil-lich nach seinen Einsichten und seinem Gewissen han-deln lassen. Wer es nicht glaubt und ihn gleichwohlrufen läßt, ist mit seiner Erlaubnis ein Narr.

Nachdem ich hiermit in Absicht auf die Fehlerdie man bey der Erforschung der Ursachen begeht,mit der Freyheit ohne welche ich kein Schriftstellerseyn möchte reine Bahn gemacht, so komme ichnunmehr auf die Art und Weise wie man die Ur-sachen erforsche» soll. Diese Erforschung hat ihregrossen Schwierigkeiten, weil man die Urstrchen derKrankheiten nicht sieht oder nur selten sieht, undblos von der Würkung auf die Ursache schließenkann. Wir urtheilen von dem was wir nicht sehendurch das was wir sehen. Ein Mangel in denVerrichtungen des Körpers bewegt uns auf die Ur-sachen dieses Mangels zu denken. Der Weg zn derKenntnis der Ursache steht uns offen wenn ihreWürkung wohl beobachtet ist. Wir suche» die Ur-sache einer Krankheit in ihren Würkungen, weilbeyde auf das allergenaueste zusammenhangen, undweil jene mehrentheils durch diese sich äußert. Un-