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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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491
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478 Viertes Buch,

ken und Masern, fast jährlich herrschen. Aber esist nicht ausgemacht daß der schlimme Charackterdieser Krankheiten eine Wirkung des vielen Schneeund Eiswassers sey, das freylich im Sommer aus-dünsten muß, und der häufigen Sümpfe die ebenaus dieser Ursache in allen kalten Gegenden gemeinfind weil sich doch überhaupt alles in der Naturum so mehr zu der Fäulung neigt, je mehr mangegen Mittag rückt. Die Ausdünstungen der Süm-pfe wirken in Deutschland Tcrtianfieber, in UngarnPetechienficber, in Italien halbe Tertianfieber, inEgypten und Ethiopien die Pest. In Barbados istder Schaum des stehenden Wassers ein heftiges Giftdas die Vogel, die Schweine und sogar die Och-sen tödet.

Unter die stehenden Wasser zähle ich die Schanz-graben welche keinen Auslauf haben, die unter Was,ser gesetzten Wiesen insofern die Wässerung nur sel-ten vor sich geht, die Sümpfe und Moräste, undendlich alles Wasser das sich nach einer Ueberschem-mung irgendwo fammelt.

Die Wirkungen der Dünste stehender Wasser habeich auf meinem eigenen Leibe zu der Zeit schon er-fahren , da ich mir dieselben viel lieber aus Büchernbekannt gemacht hätte. Die beynahe so kleine, undbeynahe so sehr als der oft trockne Ilyssus geprieseneLeine tritt in Göttingen zuweilen über ihre Ufer her-aus , macht einen kleinen Theil dieser Stadt sum,pfigt, und die Schanzgrabcn sind auch mehrentheilsvoll stehender Wasser. Ich wohnte nicht weit von