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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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507
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viertes Buch,

ganzen Striche liegt woher er bläst, lind weil jederWind also nach der Verschiedenheit dieses Strichsverschieden ist. In dieser lieblichen Verrückung schwe-ben auch diejenigen Dichter unter den Deutschen,die in Gegenden wohnen wo der Zephir über dasAtlantische Meer zu ihnen währ , und von allenWinden für diese Dichter der häßlichste seyn sollte,weil er ihnen den Regen bringt, die Ausdünstungzurücktreibt, und die Kräfte des Leibes und des Gei-stes bricht. Sogar nach der dichtrischcn Zürich säu-selt der so oft besungene Zephir über das AtlantischeMeer und Frankreich, und er ist auch daselbst un-glücklicher weise meistens feucht.

Die Winde find überhaupt von zwoen Arten, Land.winde nnd Seewinde. Jene hält man für kalt undtrocken, diese für warm und feucht, daher auch dieInseln insgemein wärmer find als das feste Land.Doch sind die Wirkungen des Landwindes in ver.schiedenen Gegenden sehr verschieden. In den mei,sten Ländern ist der Landwind überhaupt gesund weiler trocken ist. Auf der Insel Java ist der Landwindhöchst gefährlich, weil er dem erhitzten und sehr starkausdünstenden Körper unerträglicher ist als in Hol-land mitten im kältesten Winter.

Man hält die Seewinde für sehr viel wärmer alsdie Landwinde. Verschiedene mittägige Länder sindkälter als andere die für sie Nordwärts liegen, wennbey jenen die Landwinde und bey diesen die Seewindewähen ; auch die Matrosen urtheilen von der Nähedes Landes, wenn der daher wähende Wind kälter