5 -;
sechstes Capitel.
Der sehr berühmte und in Paris sehr beliebteArzt Herr Vandermonde denkt mit mir und ich mitihm, daß der Brey die schlimmste Nahrung für dieKinder ist. Dieses unverdauliche Gemisch von Milchund Meel das nicht gegohren hat, sagt er, machtin dem Magen inehr nichts als einen ungestaltenQuark, der keine Zubereitung überstanden hat, undder keine andere Veränderung erfährt als die, wel-che ihn zu seiner ursprünglichen Säure zurückführt.Der Brey ist ein nur allzugeivohnliches und durcheine lange vernunftlose Uebung geheiligtes Gift ,das die Milchgefäffe verkittet, die Wege des Nah-rungssafts und des Bluts verstopft. Er ist ein di-cker , zäher, leimichter, plumper Quark, der inschwächlichen Cörpern auf keine Weise in eine beque-me und gesunde Nahrung bereitet und verwandeltwerden kann, und dessen schädlichen Eigenschaftennur der stärkste Magen und zuweilen nur die fastunüberwindliche gute Leibesbeschaffenhcit des Kin-des widersteht. Dieft plumpe Speise ist nicht sobald in dem Magen der armen Säuglinge, alssich schon die Milch von demselben absöndert, ge-rinnt und sauer wird , indeß da das klcbrichte We-sen des Meeles aufquillt, ebenfalls sauer wird, undhalb gegohren in die Milchgefäffe übergeht , in denGekrösdrüsen stockt, und alle Wege der Nahrungverkittet. Daher nehmen alle schwächlichen Kinder,die man mit dein Breye nicht getödet hat, sehr merk-lich an ihrem ganzen Leibe ab, indem ihr Bauchimmer wächst, und sie folglich in die Verknüpfung