Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
685
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6?r viertes Buch,

oder trilt in daö Blut und äusscrr sich in den Augenund der Farbe der Haut, zeuget die Gelbsucht, undauch wol eine. Wassersucht. Der Mensch wird beydiesen Umständen »»gemein empfindlich, und manbemerkt an ihm nur allzuwol was Plularch von Leu-ten sagt die.im Unglücke sind, sein Gemüth wird er-bittert , er kränkt sich über jede Kleinigkeit, er istimmer bereit über alles sich zu ärgern, alles bedenk-lich zn finden, alles zu fürchten, seine Ohren sind soreitzbar und so gefühlvoll, daß auch das geringste ineinem höhern Tone ausgesprochene Wörrgen ihn be-leidigt. Vorzüglich werden langsame Bekränkun-gen der Seele eine, der gemeinsten Ursachen der Hy-pochondrie und der Mutterkrankhcit, wenn man zu-gleich eine stille und keinen Abänderungen unterwor-fene Lebensart zu führen verdammt ist. Am häu-figsten sind darum diese erbärmlichen Krankheiten inKlöstern, abgelegenen Schlössern, kleinen Städten,und einsamen Familien, weil die Menschen einanderam meisten plagen wen» sie in kleinen Gesellschaf-ten leben, nur sehr wenige Ideen haben, und mitper langen Weile gemartert sind, die eine Abwesen-heit angenehmer Ideen ist. Ich lese in einer sehrschönen Abhandlung von den Leidenschaften, die Ein-samkeit und der Müßiggang werden nicht nur über-haupt entfernte Ursachen vieler Leidenschaften, son-dern sie seyen auch vorzüglich zur Unterhaltung dereingewurzelten Affccten sehr geschickt, indem sie dasGemüth um gewisse cinzcle Gegenstände sammlen,und dasselbe vornehmlich in dem weiter» Nachden-ke,'