ei Ist es Capitel. 67;
ken über die Ursachen der Leidenschaft desto geschäf-tiger machen, je weniger es von andern Empfindun-gen gestöret wird. Herr Zuckert, fie haben vor Gottund der Welt recht.
Bey der beständigen Wiederkunft der gleichen Trau-rigkeit, des gleichen Verdrusses, der gleichen man-nigfaltigen Bekränkungcn der allzusehr mit diesenGegenständen beschäftigten und auf dieselbe fastganz allein eingeschränkten Seele, denkt der Menschzuletzt an nichls als seine Traurigkeit, und verfälltdurch seine nach und nach verdorbene Einbildungin die tiefste Melancolic, und aus dieser m denWahnsinn, oder in eine Abzehrung der Nerven, inden schwarzen Starr, in das Herzbrechen der Eng-länder , und nur zu oft in den Krebs.
Eine Traurigkeit aus der vergeblichen Begierdeseine Leute wieder zu sehen zeugt eine Krankheit dieman das Heimweh nennt, und die zuweilen nacheiner kurzen Schwermuth, einem Zittern in denGliedern und andern nicht sehr drohenden Uebelndem Tode überliefert, doch mehrcnthcils langsamabzehrt. Die Schwcitzer sind aus einer überhauptgegründeten Ueberzeugung von den Vortheilen ihresVaterlandes gewohnt diese Melancolic sich allein zu-zueignen , da doch andere Völker so viel Recht da-zu haben. Barrere sah das Heimweh in verschie-denen gezwungenen oder sonst an ihrem Abschied ge.hinderten Soldaten aus Burgund. Der sinnreicheArzt des Spanischen Hospitals in Wien Herr Auen-bruckcr hat das Heimweh unter Jünglingen bcmer.
U u