676 viertes Buch,
tons Bern geschickt, auch da überfiel ihn seine leidigeMultersucht. Nun ist dieser Mann, der in Göttin-gen seine Aorta zusammenklomm, zu Hause munterund gesund.
Das von dem Ritter Richard Manningham be-schriebene, und noch wenig zumal ausserhalb Eng-land verstandene hysterische oder Nervenfieber zeigtsich hauptsächlich bey dem zärtlichen Frauenzimmer,auch bey scharfsinnigen und gefühlvollen Gelehrten,nach traurigen Affecrcn, und andern Erschöpfungender Kräfte. Man unterschied dieses anhaltende Fie-ber vor diesem Engländischen Arzte diesseits der Seevon dem gewöhnlichen hysterischen Uebel nicht, undwar von dem schlimmen Ausganq noch nicht beleh-ret. Es wandelt den Kranken sehr unordentlich an,äussert sich durch ein kränklichtcs Wesen, eine Tro-ckenheit der Zunge ohne Durst, eine Ängstlichkeitohne Ursache, Mangel an Eßlust, einen niedrigengeschwinden und ungleichen Puls, einen blassen undzu Zeiten häufig auf einmal abgehenden Harn, un,terlauftnde Fröste und Schauer, zuweilen zähe kalteSchweife, zuweilen Colick, Schlaflosigkeit und Ver-wirrung. Dieses Fieber endigt sich nach Manning,hams Erfahrung nach dreißig oder vierzig Tagenin Ermanglung zeitiger und stärkender Hülfsmittel,in Ohnmachten, in ein Staunen, und selbst inden Tod.
Unter die traurigen Leidenschaften gehöret auchvorzüglich eine unglückliche Liebe. Sie wirket ge.schwind und heftig, weil sie von allen nagenden