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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
713
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Viertes Luch,

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Wesen, verfiel »ach heftigen Schwindeln allnighligin eine schwere Raserei,, und zuletzt in einen gedan-kenlosen und endlich tödtlichcn Zustand, in wel-chem er fast keine Wörter finden konnte, und einbedaurenswerther Bürger des Tollhauses hatte ab-gebe» können , welchem er zwölftausend Pfund Ster-ling als das vornehmste seiner erworbenen Mittelvermacht.

Eine übertriebene, die Natur überschreitende,und von Gott nicht gefederte Frömmigkeit zehretden Menschen durch die Anstrengung der Einbil-dungskraft auf. Solche Leute verbinden mit demIrthum daß sie ganz besonders in Gunsten bey dem Iobersten Wesen seyen den Wahn, sie empfangen da-von übernatürliche Merkzeichen; sie wollen uns be-reden , ein Wahnwitziger sehe was ein Weiser nichtsieht, und des menschlichen Verstandes beraubet er-lange man den göttlichen. In diesen Wahn ver-fallen mehrcntheilS Weiber von einer sehr lebhaftenEinbildungskraft und einem erbärmlich engen Ver-stände, die ihre phantastische Einbildungen für dieWirklichkeit selbst nehmen, und durch ihren geistli-chen Hochmuth aufgetrieben sich Verlobte Gottesglauben. Die Art voir Narren ist sehr gemein,lagt der Herr von Halter in seiner grossen das Sie-gel der Unsterblichkeit tragenden Physiologie, wel-che eine an den Aberglauben grenzende Frömmig-keit , oder eine übertriebene und allzufurchtsameSorge für das andere Leben an eine einzele Ideegeheftet hat, und bey denen durch die beständige