712 viertes Buch,
kunst. Von allem was er in seinem Lebe» gelesen,hatte er nichts vergessen. Ueber diese unbegrenzteGelehrsamkeit herrschte ei» noch grösseres philosophi-sches Genie, das kein brauchbares Theilgc» dersel-ben nutzenlos ließ , in allem auf das Grosse gehenddas Ganze in allem umficng, und in der verworren-sten Dunkelheit Licht sah. Seine Gelehrsamkeit,sein Geschmack, sein erfinderischer Geist, seine licht-volle Begriffe, die Schönheit, Deutlichkeit, Kürzeund kräftige Fassung seines Ausdruckes hätten ihmunter den Schriftstellern von der ersten Ordnung eineStelle erworben. Aber sem Name findt sich nichtin ihren citclen Verzeichnissen.
Dieser Schweitzerische Gottesgclchrte der eine Weltin sich faßte, hatte koch seine Studien, und gewissenicht einmal hieher gehörende kleine Bedürfnisse sei-nes Leibes ausgenommen , fast gar keine Leidenschaf-ten. Der Donner schlug in seine Studirstube indemer las, das ganze Haus war in der äussersten Be-stürzung, nur er legte sein Buch nicht weg. Erschien keines Menschen Freund, und war keines Men-schen Feind ; dieses floß aus seiner ersten Auferzie-hung. Denn bis in sein siebenzchntes Jahr hatte erin einer der fürchterlichsten Gegenden unsers Cantonsgelebt, und bis in sei» neuntes Jahr war er ohneStrümpfe und ohne Schuhe mit den Baureniungender Einöde hcrumgeloffen, wo sein Vater Pfarrergewesen. Auch gefiel er seinen Camcraden gar nicht,und den Eltesten des Ortes nur halb. Jene klagtenihn an, er entferne sich oft plötzlich von ihnen, fitze