zwölftes Capitel. 71;
in einem Busche nieder/ und denke; diese weissag,ten / entweder werde aus diesem wunderbaren Men.sehen gar nichts, das ist ein Gelehrter, oder ein sehrangesehener Mann, das ist ein Mann wie sie. Da-her entdeckte man ihn auch in den Zeiten seiner gan-zen Grösse wenig in Gesellschaften. Ausser einigenwitzigen Damen hatten auch seine großen Bewunde-rer unendlich selten das Glück ihn reden zu hören.Fast sein ganzes Leben war ein anhaltendes Sitzen,Lesen, und Denken. Des Tagslas er mehremhcilsim Bette, doch gicng er im Sommer auf unsernAlpen herum, und ein paarmal »ach Italien. Fürdas Schöne in der Natur war er gar nicht gefühllos.
Er hatte eine sehr starke Lcibcsbeschaffrnhcit, undman hat mir versichert, er wäre vermögend gewe-sen, in einer Nacht zehen Frauen zu schwängern.So viel ich weis ist er bis an ein Jahr vor seinemTode immer gesund geblieben. Sein Körper warwolgewachscn, sein Gang nachläßig und träge, seinAngestchr schwarz und mager, stine Augen durchdrin-gend. Er aß viel, und mehrcntheils harte Spei-sen , im Trinken war er mäßig. Das letzte Iahevor seinem Tode fieng er an Flüsse zu verspüren,die er nichts achtete, sechs Wochen vor demselbenschien er zu kränkeln, er hatte ein kleines unregel-mäßiges Fieber, sehr heftige Schmerzen im Kopfe,die bald eine kleine Stelle faßten, bald um den gan-zen Kopf sich äusserten, und nach vielen Stunden inetwas nachliessen. Vor der Brust und im Unter-leibe fühlte er hypochondrische Spannungen, und