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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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737
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724 viertes Buch,

luft zu lange aussetzen; es sey nichts seltenes daßWeibspersonen öfters mit dem Mutterweh heimge-suchet werden, wenn sie ihren Unterleib nicht genuggegen die der Gebährmutter so schädliche Kälte vcr,wahren; viele Weibspersonen ziehen sich eine Vcr»stopfung ihrer monatlichen Reinigung zuwege, wennsie mit einer dünnen Kleidung zufrieden den Unter-leib gegen die Kälte nicht sattsam bedecken; endlichhabe die Erfahrung gelehrt, daß Kindbetterinncnwenn sie den Unterleib verkästet habe» entweder ihreGeburtsreinigung verloren, oder gar gleich des Todsgewesen sind; die Kälte zeuge sogar Frostbeulen anHänden und Füssen. Mit der Colick, dem Durch-lauf, der Ruhr, den Kindbetterinnen, und denFrostbeulen hat es seine Richtigkeit. Nur weis lchnicht in was für einer Verhältnis mit der Abend-lnft der Unterleib des Frankfurter Frauenzimmerssteht Sollte er nicht bester verwahret seyn alsin Pcgu?

Das allzuwarme Baden ist höchst schädlich. Hip,pocrates hat hierüber eine Regel gegeben, derenVernachläßiqung diesen Schaden zeugt. Er sagt,das warme Baden stärkt, wenn die natürliche Wärmedes Körpers grösser ist als die Wärme des Bades,es schwächt, wenn die Wärme des Bades grösserist als die natürliche Wärme des Körpers; ProsperAlpinus fand daß sich die Egypter durch den Miß-brauch der Bäder so sehr schwächen als durch denMißbrauch des Beyschlafs. Da ich nur in der Ent»fernung einer kleinen Stunde von dem schon lange