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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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738
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dreyzehntes Capitel. 72;

durch seine Heilkräfte berühmten, und itzt durchdie in seinem fricdsciigcn Haine unter einigen Freun-den unsers Schweizerischen Vaterlandes beyder Re-ligionen gestiftete, und nun daselbst jährlich sehr zal-reich sich versammelnde Helvetische Gesellschaft ewiglicbenswerth gewordenen Hapsburger Bade wohne,so habe ich allen möglichen Anlaß die Wahrheit derangeführten Regel des Hippocrates zu erfahren.Das allzuwarme Baden ist in dem Hamburger odersogenannten Schinznacher Bade asten zärtlichen lindschwächlichen Personen höchst schädlich. Hingegenhabe ich unzählichemal gesehen, daß dieses Bad un-gemein stärkt, wenn man sich desselben »ach der Re-gel des Hippocrates bedient. Daher kommt, daßes wie ich sehr oft wahrgenommen, heftige Magcn-krämpfe und daherrührende Geschwülsten des Ma-gens , auch wäßrichte Geschwülsten der Füsse heilt,und Leuten die von dem Podagra abgemattet we-der stehen noch gehen können, ihre Kräfte oft so sehrwiedergiebt, daß sie wandeln können wie in gesun-den Tagen. Daher kommt es, daß in dem Haps-burger Bade so mancher von seinen Wunden zwargeheilte, aber noch ganz matte Officier seine Kru-ken ablegt, wovon ich ebenfalls viele Beyspiele gese-hen. Daher kommt es endlich, daß das Hapsbur-ger Bad bey eistigen Weibern den weissen Fluß ver-mehrt und andere davon befreist, gleichwie es ver-knüpften Kindern schädlich ist wenn sie zu warm ba-den , und hingegen wie ich sehr oft gesehen Wun-der an denselben wirket, wenn man der Regel des