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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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740
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dreizehntes Capitel. 7:7

diesem Schrot setzen bekanntlich nur alsdenn einenWerth auf gewisse Sachen, wenn sie dem Pöbelmangeln. Die Gerüche bey welchen sich zuweilensolche Damen ihre hypochondrischen Wallungen ge-ben , sind zuweilen die gewissesten Mittel sie z» ver-treiben. Man bediente sich vorlängst gar sehr dessogenannten Ungarischen Wassers , und die Weiberhätten diese Mode ganz gewiß nicht untergehen lassen,so armselig sie es auch an mir finden werden daß ichvon einem so sehr veralteten und vergessenen Was-ser rede, wenn wirklich wahr wäre daß eine Unga-rische Königin Elisabeth damit ihre Schönheit bisin das achzigste Jahr erhalten habe. Boerhaavesagt daß durch den Misbrauch dieses Wassers denHolländischen Weibern der Geruch verloren gehe,welches durch den Misbrauch aller andern Gerücheebenfalls geschehen kann. Mir geht es mit einigenGerüchen fast wie dem Philosophen Aristippus, derdie Gerüche der Griechen gar sehr liebte, aber zu-gleich entsetzliche Flüche wider die Stutzer seinerZeiten aussticß die sie auch liebten, und schuld wa-ren daß sich der sehr ernsthafte Aristippus derselbennicht bedienen durfte. Denn auch die schlechtenKöpfe unter den Griechen schlössen von wenigemauf alles, von einem Gerüche oder einem Kleideauf den Mann.

Die äufferliche Dinge deren Einfluß auf denKörper in der Reihe der entfernten Ursachen derKrankheiten eine Stelle verdient sind ungcmein zahl-