viertes Buch/
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Hippocrates folgt. Short sagt, man erkenne diegute Wirkung des kalten Bades an der anfdie Kältefolgenden Wärme, an der Rothe, und dem gelin-den Schweife, und wenn man nach dem kalten Badefrostig bleibt fo müsse man sich dessen enthalten. Ichfinde diese Maxime auch durchaus bey warmen Bä-dern wahr.
Unter die Einflüsse der äusscrlichen Dinge auf denKörper gehören auch die Gerüche. Obfchon ich demLinnäus nicht glaube daß eine Aicca einem Mädgcneine Ohnmacht nur dennzumal erwecke wenn es feineJungferschaft verscherzet hat, und daß ein geilesMädgcn die Jünglinge bezaubere gleichwie die Aus.dünstungen gewisser Theile einer Hündin die Hunde,so ist doch richtig daß viele Gerüche auf eine sehrbestimmte Weife wirken. Man weis daß in demSafran ein Geist liegt, der gänzlich entwickelt undmisbraucht den Menschen in ein anhaltendes undnärrisches Lachen stürzt. So gewiß zärtliche Per-sonen von dein Gerüche des Bisams ohnmächtig wer-den, so gewiß hilft ihnen der Geruch der Afafeiid-awieder auf. Der Geruch des Boiienblustes, derRosen, der Aepfel, und überhaupt die meisten lieb-liche Gerüche sind hypochondrischen und hysterischenPersonen zuwider, obfchon die Mode und die Ein-bildung eine Ausnahme von der allgemeinen Regelmachen Man sieht sehr oft die Damen mit demguten Tone von einem Gerüche in ihren innerstenEingeweiden empöret, weil er von i hrer Höhe z» demtonfreyen Haufen herabgedüftet hat; denn Leute von