746 viertes Buch,
und den zärtesteu Vogel nicht; andere denen der Caf-fee ein Brechmittel ist, andere denen Gerüche, diesonst alle Menschen leiden können , unerträglich stud;andere bey denen gewisse Arzncymittel ihrer Naturganz zuwider wirken, die das Diascordium purgirtund die Jalappe verstopft. Boerhaave hat Leutegesehen, die von dem Genusse einiger Kirschen oderJohannesbccren über und über aufschwollen , HerrGaubius einen Mann bey dem das kraftlose Krebsau-genpulftc fast nicht geringere Wirkungen halte als beyandern der Arsenik, und der Herr von Halter einePerson bey welcher der so sanfte Rosensyrup ein soheftiges pnrgiren gewirket, daß Convulsionen darauffolgten. Man weis aus zalrcichen Erempeln, daßwegen dieser Seltsamkeit die unschuldigsten Mittelgiftgleiche Wirkungen haben.
Die Ursachen dieser Seltsamkeiten der Natur lie-gen freylich sehr oft in dem Körper, aber es ist un-langbar daß ste nicht selten aus der Seele in denKörper übergehen. Der scharfsinnige und tiefden-kende Locke hat gezcigct, daß wir durch die Gewohn-heit gewisse Arten zu denken, zu wollen , und unszu bewegen annehmen. Er glaubt diese Gewohn-heiten seyen nichts anders als ein bestimmter Laufden die Lebensgeister einmal eröfnet haben, und densie nehmen bis er ihnen so gebahnt und so leicht ist,als wenn er natürlich wäre. Nun kann sich eineDame einbilden ein Geruch, ein Geschmack, ein Ton,eine Farbe, ein Wort, ein Gedanke, ein Arzney-mittel sey ihr zuwider, da es doch nicht ist, indeß